Schulchronik

 1896  - Am 14. März erfolgt die Genehmigung der Ausschulung der Übigauer Schulpflichtigen aus Schulbezirk Kaditz-Mickten-Übigau durch Königl. Ministerium für Kultur und öffentlichen Unterricht. Am 30. Juli - erster Spatenstich für den Bau der Übigauer Schule, 15. August - Grundsteinlegung

 1897  - Am 20. April erfolgt die Einweihung des als Gemeindeschule gebauten Schulhauses durch den Königl. Bezirksschulrat Fink und den Oberschulinspektor Schreckenbach. Kosten des Neubaues einschließlich Inventar: 79481,89 M. Unterrichtsbeginn für 247 Schüler in 7 Klassen mit 4 Lehrern am 26. April

 1899  - Am 13. Mai erfolgt erster Spatenstich zum Turnhallenneubau, 2. September Einweihung der Turnhalle in Anwesenheit des Baumeisters Martin aus Trachau - Kosten: 15115,53 M, Ausstattung: 1618 M., 10. Juli 1899 erster Spatenstich Schulanbau, Erweiterungsarbeiten am Schulhaus bis 1900 - Trennung von Staat und Kirche im Schulwesen

 1902  - Vereinigung des Schulbezirkes Übigau mit Schulbezirk Dresden

 1903  - Ostern: Übernahme der 80 Schüler der Micktener Schule im Zuge der Eingemeindung, öffentliche Volksschule Uebigau, Anhebung auf Lehrziele einer Dresdner Bezirksschule bis 1905

 1904  - Die Übigauer Schulstraße wird in Thäterstraße umbenannt (nach Julius Thäter, von 1843 - 1849 Lehrer an der Dresdner Kunstakademie). 

 1906  - In Übigau gehen 290 Jungen und 245 Mädchen zur Schule. (15 Klassen - 5 Jungenklassen, 5 Mädchenklassen, 5 gemischte Klassen)

 1915  - 629 Schüler

 1920  - 525 Schüler

 1928  - 17. Oktober - Weihe des modernen Schulhausneubaues (Anbau), die Schule erhält damit im wesentlichen ihr heutiges Aussehen - Kosten: 650000 M

 1930  - 290 Schüler

 1933  - Ab 14. März ständige Verhaftungen von Lehrern durch SA, 4. April - Schulleiter Mehner wird nach 8 Jahren (aus politischen Gründen) von Adolf Haußig auf Anordnung des Reichskommissars für das Volksbildungsministerium abgelöst.

 1944  - Im Juli muss die Schule geräumt werden, das Gebäude wird bis 1945 Lazarett für Kriegsverwundete, später (1945) Flüchtlingslager für bis zu 1000 Ostflüchtlinge

 1945  - Am 13. Februar zerstört eine Bombe die Turnhalle völlig, am 2. März beschädigten weitere Bomben das Gebäude, an Unterricht war lange Zeit nicht mehr zu denken. Oberlehrer Herr Mehner wird wieder als Schulleiter eingesetzt, Aufnahme des Kinderheimes in 3 Räumen, ab 1. Oktober wieder Unterricht

 1946  - An der Schule lehren jetzt 4 Alt- und 6 Neulehrer, Schülerbestand am 1. Dezember 345 Kinder (178 Knaben. 167 Mädchen), es fehlen immer noch gedruckte Bücher und ausreichend Schreibhefte

 1947  - Im September wird Schulleiter H.W. Mehner verabschiedet. Dem achtköpfigen Lehrerkollegium gehören 3 Neulehrer und 2 Neulehrerinnen an.

 1953  - erhält die Pionierfreundschaft (Pionierorganisation der Schule) den Namen "Karl Marx"

 1955  - Mit dem Schuljahr 1955-56 wird der "erweiterte Russischunterricht" für interessierte Dresdner Jungen und Mädchen ab Klasse 3 eingeführt - Ablegen der Reifeprüfung der Klasse 12 des regulären Russischunterrichts mit der Klasse 10. Die Schule nennt sich nun: 42. allgemeinbildende polytechnische Oberschule mit erweitertem Russischunterricht

 1970  - Am 25. Oktober wird der Schule der Name "Herbert Blochwitz" verliehen, ein Gedenkstein wird vor der Schule enthüllt. (Herbert Blochwitz geb.: 1904, Hinrichtung 1944, Widerstandskämpfer, Mitglied der KPD)

 1973  - Grundsteinlegung für eine neue Turnhalle

 1986  - Rekonstruktions- und Sanierungsarbeiten im gesamten Schulhaus

 1990  - Dem Lehrerkollegium gehören 27 Personen an, darunter 2 Horterzieherinnen. Schuldirektor ist Herr Albert.

 1992  - Die Übigauer Schule wird Grundschule (42. Grundschule). 90 Schüler lernen in 4 Klassen. An der Schule unterrichten 5 Lehrer. Schulleiterin ist Frau Kreßner.

 1997  - Am 26. April gestalten Schüler der 42. Grundschule und ehemalige Schüler der 42. Oberschule ein Festprogramm zum 100jährigen Bestehen der Schule. U.a. war eine Ausstellung zur Schulgeschichte mit alten Fotos und Klassenbüchern zu sehen, eine Festzeitung wurde herausgegeben

 1998  - Wegen Umbauarbeiten im Pestalozzi-Gymnasium nutzen die Klassen 7-10 dieser Schule die Grundschule in Übigau für ein Schuljahr als Außenstelle

 1999  - Oktober: Nach neuesten Plänen der Stadtverwaltung Dresden soll die 42. Grundschule am 23. August 2000 endgültig geschlossen werden, da nicht die erforderlichen Schülerzahlen für einen wirtschaftlichen Betrieb erreicht werden.

 2000  - Entsprechend Stadtratsbeschluss vom 2. März wird die Schule am 23. August endgültig geschlossen werden. Mit Beschluss des Stadtrates vom 31. August - Festlegung des Schulbezirkes nach Aufhebung der 42. Grundschule (Beschluss-Nr.: V 792-17-2000) heißt es: "Der Stadtrat beschließt: Der gesamte bisherige Schulbezirk der 42. Grundschule, Thäterstraße 9 in 01139 Dresden, wird ab Schuljahr 2000/2001 der 41. Grundschule, Hauptmannstraße 15 in 01139 Dresden zugeordnet."

 2001  - Im April werden Sicherungsmaßnahmen zum baulichen Erhalt des Gebäudes eingeleitet (Belüftung, Zugangsschutz). Weitere Nutzung der Turnhalle durch Vereine und Breitensport.

 2002  - Im August und September dient die Schule als Zwischenlager der sehr zahlreichen Sachspenden für die Betroffenen der Flutkatastrophe vom August in Dresden

 2003  - Unter Objekt-Nr. 2305 steht das Grundstück Thäterstr. 9 (4800m²) beim Liegenschaftsamt Dresden zum Verkauf. Ein Preis wurde nicht angegeben. Objektbeschreibung: leer stehende Schulanlage; bestehend aus einem dreigeschossigen, unterkellertem Gebäude und einem zweigeschossigen unterkellertem Gebäude mit ausgebautem DG; Einzeldenkmal, unvermessene Teilfläche

 2011  - Das Gebäude wurde Ende 2010 an die Firma Ventar Immobilien AG mit Sitz in Böblingen verkauft. Diese will es in ein Wohnhaus umbauen. Sogenannte Loftwohnungen (große, offene Wohnungen mit gehobener Ausstattung) entstehen und auf dem Dach wird eine Dachterrasse errichtet. Die Fertigstellung des 1. Bauabschnitts wird für Juli 2012 angekündigt. Am Mengsplatz wird der Empfangsbereich eingeordnet, ein Fahrstuhl kommt in den Treppenturm und 47 Parkplätze finden auf dem zur Grünfläche umgestalteten, alten Schulhofplatz.

 2012  - Im November wird das sanierte Gebäude als Wohnhaus übergeben und die ersten Mieter ziehen ein.

Die Daten bis 1992 wurden der originalen Schulchronik entnommen.